Spiele spielen

In meiner Familie wurde mit Kindern wenig gespielt, einmal jedoch kam eine spannende Partie zustande, die keiner der Teilnehmer jemals vergessen hat:

Wir drei Kinder hatten mit unserer alleinerziehenden Mutter eine recht armselige Wohnung bezogen und hielten uns mehr als schlecht und recht über Wasser. Zum Weihnachtsabend kreuzte unser ehemaliges Familienoberhaupt auf und glänzte – wie immer – nicht durch gutes Benehmen, was ich hier aber nicht weiter erläutern will. Auf dem Tisch lag eine aufgeschlagene Illustrierte, auf der „Kinderseite“ war ein Würfelspiel abgebildet, das inhaltlich auf Weihnachten zugeschnitten war. Man würfelte, um auf den Kästchen an verschiedenene Hindernissen vorbei ins Ziel zu kommen. Es gab natürlich interessante Sonderfelder, unter anderem ein ganz besonderes „Ruhmesfeld“: Erreichte man dies, so sollten alle anderen Mitspieler die heiligen drei Könige imitieren, die den Mitspieler anbeten sollten. Das klang lustig und leicht, sodass auch die jüngste Schwester Spiele spielen konnte und unserer armen Mama gefiel es, das wir sie dabei haben wollten, so war auch der Vater Feuer und Flamme, nicht nur mitzutun, sondern auch haushoch zu gewinnen!

Ohne Kommunikation unter uns, war uns allen klar, dass er es nicht verdient hatte. Drohte Gefahr, dass er das Feld erreichen sollte, das uns zu der vorhin erklärten Demutsgeste verpflichten sollte, wurde er „geschlagen“, der eine bewachte ihn von vorn, der nächste verfolgte ihn und ein anderer schlug ihn über Kreuz. Das war kein Spiel, sondern eine Schlacht! Als er fortging an diesem Tage, war ihm klar, was er verloren hatte. Wir anderen bildeten eine Familie, wir halfen uns, wir waren ein Team.

Kekse backen

Letztes Jahr haben wir das erste Mal selber Kekse gebacken. Unser Sohn war damals gerade ein Jahr alt, und wir wollten die Kekse als zusätzliche Weihnachtsgeschenke verwenden. Es sollten die typischen Klassiker werden: Vanille-Kipferl, Spritzgebäck, Schwarz-Weiß-Gebäck und Engelsaugen. Daneben wollten wir noch Marzipan-Kekse und einfache Ausstechplätzchen anfertigen.

Die Zutaten besorgten wir bereits eine Woche im Voraus. Mehrere Kilogramm Mehl, viel Butter, Zucker und Eier ließen den Eindruck entstehen, wir würden eine Bäckerei eröffnen wollen! Am Tag der Tage schließlich deckten wir große Teile der Küche mit Zeitungspapier ab, zogen uns und unserem Sohn alte Kleidung an und legten gemeinsam los.

Nach einer Stunde konnten bereits die ersten Erfolge verbucht werden! Unser Sohn war von Kopf bis Fuß mit Mehl bestäubt, in seinen Haaren klebten Marzipan und Butter, aber er strahlte über das ganze Gesicht. Die ersten fertigen Plätzchen vom Blech wurden von uns noch warm verspeist, so gut rochen sie. Am Ende des Tages waren dosenweise Plätzchen fertig, die wir in kleine Tütchen verpackten und unserer Familie Weihnachten schenkten.

Den Stromanbieter kündigen ist gar nicht so einfach

Wir alle kennen das. Die Wohnung ist vollgestopft mit Elektrogeräten. Hier der Fernseher, da das Radio und der Computer darf natürlich auch nicht fehlen. Man bedenke, das sind nur die Luxusgüter. Dazu kommen noch Stromfresser wie Herd und Kühlschrank, wenn sie nicht gerade neu angeschafft sind. Und dann erhöht der Stromanbieter auch noch die Kosten! Was tun? Am Einfachsten wäre es natürlich, wenn man den Stromanbieter kündigen und den Anbieter wechseln würde. Aber ist das wirklich so einfach?
Leider nicht wirklich. So kann es kommen, dass kurioserweise das Schreiben mit der Kündigung nicht ankommt. Wie, Kündigung? Haben wir nicht bekommen. Hier hilft es übrigens, solche Schreiben nur noch per Einschreiben mit Eingangsbestätigung zu schicken, dann kann gesichert sein, dass der Brief nicht einfach im Nirwana verschwindet. Was auch gern als Ausrede genutzt wird, ist die Kündigungsfrist. Gern im Zusammenhang mit verspätet eingegangenen Briefen. Kündigung? Natürlich verstehen wir es, dass Sie sich für einen anderen Anbieter entschieden haben. Allerdings haben Sie leider die Frist zum Monat XY nicht eingehalten, weshalb eine Kündigung zum von Ihnen genannten Termin nicht möglich ist. Können wir Ihnen außerdem ein neues Angebot machen?

So oder so ähnlich klingen die Antworten, wenn man es selber macht. Die einfachste Lösung ist dann doch, die Kündigung dem neuen Stromanbieter zu überlassen. Dann läuft alles in geregelten Bahnen und man erspart sich einiges an Ärger.

Spass mit Sauerkraut

Sauer macht lustig. Sogar banales Sauerkraut ist hin und wieder einen Lacher wert.
Ich wollte neulich unseren uralten Orientteppich etwas aufmöbeln. Meine Oma hatte dazu immer Sauerkraut verwendet. Ein Tipp, der nicht viel kostet, also habe ich es einfach ausprobiert.

Ich kniete an besagtem Tag auf dem Teppich, um mich herum das ausgestreute Sauerkraut und scheuerte mit einer Bürste, was das Zeug hielt.
Ausgerechnet da wurde mir von meiner Bekannten, einer Metzgerin, das Hundefutter für die nächste Woche vorbeigebracht. Lauter Fleischreste in einer kleinen Plastikwanne. Ich wollte fertig werden und ließ die Wanne erst einmal neben dem Teppich stehen.
Etwas später kamen meine Kinder von der Schule nach Hause und fragten, was es zu essen gäbe. Ohne aufzusehen erwiderte ich: „Kasseler mit Sauerkraut, ich probiere heute ein neues Rezept!“

Die beiden musterten das schmutzige Kraut am Boden, dann die Wanne voller sehniger Fleischstücke – und starrten mich völlig entgeistert an.

Vorhin auf der Straße

Ich war vorhin in der Stadt. Auf der Straße war reges Treiben, da wieder Markttag ist. Plötzlich sah ich meine vermeintliche Freundin. Ich rief und fuchtelte und außer die junge Frau, die ich meinte, reagierten viele recht unterschiedlich auf mein Rufen und Winken. Ich wiederholte meinen Versuch und es bot sich ein ähnliches Bild. Eine ältere Dame stieß die Gerufene etwas an und sagte ihr etwas für mich aus der Entfernung Unverständliches. Die junge Dame drehte sich um und stellte sich als eine wildfremde Frau heraus. Ich errötete stark, ging auf sie zu und gestand ihr, noch peinlich berührt lachend, dass ich sie für meine Freundin hielt. Sie musste ebenfalls lachen.